VBC HOW
Fotoquelle: Stefan Lorenz
Fotoquelle: Stefan Lorenz
Die Volleyballsaison 2025/2026 ist offiziell eröffnet – und sie beginnt mit einer kleinen Revolution: Statt einer schier endlosen Hin- und Rückrunde mit 24 Spielen, die selbst den fittesten „alten Herren“ irgendwann an die Grenzen des Lustprinzips brachte, setzt der Verband auf eine neue Spielform. In einer Qualifikationsrunde trifft jedes Team einmal auf jeden Gegner, bevor es in zwei Gruppen weitergeht: Die besten sechs Teams spielen um den Titel, die anderen sechs um den Klassenerhalt. Klingt spannend – und ist es auch. Vor allem für HOW 2, die damit auf weniger Spiele, aber hoffentlich genauso viele Siege hoffen dürfen.
Auch sonst hat sich in der Liga ein bisschen was getan. Sion schickt neu zwei Teams ins Rennen, Sierre 1 meldete zwar, winkte dann aber doch ab. Das Ergebnis: Alle Mannschaften starten mit einem Forfait-Sieg und drei geschenkten Punkten. Das ist doch mal ein angenehmer Einstieg – drei Punkte, ohne auch nur einen Ball gespielt zu haben.
Für HOW 2 begann die Saison mit dem Heimspiel gegen Sion 2 – zurück aus der Sommerpause, gut erholt, hochmotiviert und punktuell verstärkt durch ein altbekanntes Gesicht aus der ersten Mannschaft sowie einen strategischen Rückkehrer aus Zürich. Und doch: Viel Auswahl hatte der Spielercoach zum Auftakt nicht. Lediglich acht Spieler standen bereit – immerhin inklusive des treuen Liberos, der nach überstandener Verletzung wieder für defensive Glanzlichter sorgen sollte – doch dazu später mehr.
Man merkte beiden Teams zu Beginn an, dass die Saison noch jung ist. HOW startete eher gemächlich, und auch Sion 2 liess es locker angehen – nur um dann mit einigen jungen, dynamischen Spielern im Angriff und Service plötzlich richtig Druck zu machen. Doch die Oberwalliser liessen sich nicht beirren und hielten mit Routine und Cleverness dagegen. Bis kurz vor Schluss blieb alles ausgeglichen, doch dann zogen die Hausherren das Tempo an, setzten entscheidende Nadelstiche und sicherten sich mit 25:18 den ersten Satz der Saison. Erfahrung schlägt jugendliche Unbekümmertheit – zumindest vorerst.
Nun war richtig Feuer drin. HOW 2 spielte plötzlich druckvoll und variantenreich, sammelte spektakuläre Punkte und zeigte, dass Kraft und Köpfchen durchaus eine gute Kombination sind. Sion 2 machte es den Gastgebern mit zahlreichen Eigenfehlern allerdings auch nicht allzu schwer – bei 17:10 schien der Satz bereits gelaufen. Doch dann kam Sions Nummer 3 und zeigte mit einer Serie von Sprungservices, wie man eine Halle in Sekundenschnelle zum Schweigen bringt. HOW wackelte, Sion kam zurück und beim 24:24 war alles wieder offen. Der Schiedsrichter sorgte mit einer zweifelhaften Out-Entscheidung zusätzlich für Gesprächsstoff. Doch die Oberwalliser zeigten Nervenstärke, drehten eine Extrarunde und entschieden den Satz am Ende mit 26:24 für sich. Ein Satz wie ein Espresso: kurz, stark und mit leichtem Zittern in der Hand.
Wer dachte, Sion würde nach diesem Satz noch einmal zurückkommen, wurde schnell eines Besseren belehrt. Die Gäste waren sichtlich ausgelaugt, während HOW 2 nun das Zepter übernahm und mit Spielfreude und Dominanz glänzte. Besonders der wieder genesene Libero liess die Zuschauer staunen: Mit spektakulären Abwehraktionen brachte er selbst nahezu verlorene Bälle noch zurück – und zeigte sogar aus der Rückenlage heraus Angriffslust. Ja, er punktete wirklich aus dem Liegen. Wenn das keine Bewerbung für den „Volley-Oscar“ ist, dann wissen wir auch nicht. Am Ende stand ein souveränes 25:15 und damit ein klarer 3:0-Auftaktsieg.
HOW 2 meldet sich mit einem starken Auftritt zurück – und zeigt gleich zum Saisonstart, dass mit den Routiniers auch in der neuen Qualifikationsrunde zu rechnen ist. Die Mischung aus Erfahrung, Cleverness und ein wenig „Old-Man-Power“ scheint zu funktionieren. Der Auftakt ist gelungen, der Humor ist intakt, und der Libero ist wieder auf dem Parkett – was will man mehr?
Die nächste Bewährungsprobe wartet bereits am kommenden Donnerstag. Dann gilt es zu zeigen, ob dieser Auftakt nicht nur ein Strohfeuer war, sondern der Beginn einer weiteren starken Saison für die Herren aus dem Oberwallis.