VBC HOW
 

Fotoquelle: Stefan Lorenz

, Werlen Diego

Kuhnamen, eine Surfverletzung und das Apero

VBC Derborance - VBC HOW

Zweite Runde der Qualifikationsphase und HOW 2 durfte zum ersten Auswärtsspiel der Saison antreten. Schauplatz: Derborance – ein Verein, der nicht nur für seinen legendären Apéro bekannt ist, sondern auch für seine etwas speziellen pinkigen Trikots. Statt klassischer Spielernamen prangen dort traditionsgemäss Kuhnamen auf dem Rücken – eine charmante Hommage an die Eringerkühe, die im Wallis fast so berühmt sind wie der Raclettekäse selbst.

Neun Spieler standen bereit, doch kurz vor Spielbeginn kam ein unerwartetes Kapitel hinzu: Einer der Stammspieler hatte sich beim Surfen (!) verletzt und konnte die Arme nicht mehr heben – was beim Volleyball bekanntlich ein Nachteil ist. Doch kein Grund zur Panik: Joker Nummer 14 rückte kurzerhand ins Mittelblocker-Dress und machte seine Sache blendend.

 

HOW begann den Abend, als sei die Mannschaft noch im Strandmodus: fahrige Annahmen, unpräzise Zuspiele, wenig Druck im Angriff – der Kopf war eindeutig noch nicht in der Halle angekommen. Derborance nutzte die anfängliche Unkonzentriertheit und blieb dran. Doch ein rechtzeitig gesetztes Timeout brachte die Wende. Eine druckvolle Serviceserie setzte die Gastgeber zunehmend unter Druck, die Präzision kehrte zurück, und HOW zog Punkt um Punkt davon. Mit 25:14 holten sich die Oberwalliser Satz eins und zeigten, dass sie auch ohne Wellenreiten ordentlich Fahrt aufnehmen können.

Nun war HOW endgültig im Spiel angekommen. Die Annahme funktionierte stabil, der Spielaufbau lief wie aus einem Guss, und die Angriffe fanden konsequent ihr Ziel. Besonders die druckvollen Sprungservices liessen Derborance immer wieder ins Straucheln geraten – fast so, als würde eine unerwartete Welle die Defensive regelmässig von den Beinen holen. HOW spielte sich in einen regelrechten Flow und liess nichts anbrennen. Der Satz endete deutlich mit 25:10 – ein Ausdruck klarer Überlegenheit und spielerischer Leichtigkeit.

Im dritten Satz schien HOW gedanklich bereits beim Apéro angekommen zu sein. Kleine Ungenauigkeiten schlichen sich ein, und Derborance nutzte dies, um hartnäckig mitzuhalten. Punkt um Punkt kämpften sich die Gastgeber heran, bis es bei 10:10 wieder völlig offen war. Ein Timeout brachte die nötige Ruhe zurück – begleitet von einer augenzwinkernden „Drohung“ des verletzten Surfers, sich andernfalls selbst einzuwechseln. Offenbar reichte diese Vorstellung als Motivation: HOW erhöhte den Druck wieder deutlich und spielte den Satz schliesslich souverän zu Ende. Mit 25:16 ging auch dieser Durchgang klar an die Oberwalliser.

 

HOW 2 feierte damit einen gelungenen Start in die Auswärtssaison und zeigte, dass selbst Surfverletzungen, improvisierte Mittelblocker und Kuhnamen auf Trikots sie nicht aus dem Konzept bringen. Und während auf dem Spielfeld die Punkte gesammelt wurden, wartete am Spielfeldrand schon das vielleicht grösste Highlight des Abends: das berüchtigte Derborance-Apéro. Nach einem rundum gelungenen Abend richtet sich der Blick nun nach vorne – in zwei Wochen wartet Fully, wo die nächste Welle der Saison auf HOW 2 zurollen wird.