VBC HOW
 

Fotoquelle: Stefan Lorenz

, Werlen Diego

Zähes Ringen gegen Fully und ein Punkt für die Moral

VBC Fully 2 - VBC HOW 2

Wenn der Kalender „Herbstferien“ ruft, zieht es selbst eingefleischte Volleyballer eher an den Strand als in die Halle. Entsprechend übersichtlich präsentierte sich die HOW-2-Bank in Fully: sechs Feldspieler, ein Libero – fertig. Der Diagonalangreifer leicht angeschlagen, keine Wechsel in Sicht, und der Gegner hiess ausgerechnet Fully. Klingt nach einer dieser Geschichten, bei denen man später sagt: „Wir wussten, dass es weh tun würde – wir wollten nur nicht wissen, wo zuerst.“

 

HOW startete vorsichtig, beinahe zu brav. Fully setzte mit druckvollen Services und klug platzierten Kurzangriffen sofort Akzente. Die Oberwalliser agierten nervös, die Abstimmung haperte, und ehe man sich versah, war der Satz fast vorbei. Gegen Ende fand HOW zwar etwas besser ins Spiel, doch das reichte nicht mehr – 25:23 für die Gastgeber. Besonders bitter: Der Libero verletzte sich am Arm und konnte nur noch eingeschränkt weiterspielen. Keine guten Vorzeichen für einen langen Abend.

Trotzdem: HOW 2 wäre nicht HOW 2, wenn es sich so leicht beeindrucken liesse. Der Libero biss auf die Zähne und verteidigte weiter, als sei nichts gewesen. Gleichzeitig meldete sich die Mitte zurück – die eigenen Angriffe fanden endlich wieder die richtigen Lücken. Der „Turm von Gondo“ feierte ein starkes Comeback und bewies eindrücklich, dass Erfahrung und Timing manchmal besser wirken als pure Sprungkraft. Fully hatte in diesem Satz nicht viel entgegenzusetzen, und HOW holte sich mit 25:15 den verdienten Ausgleich.

Der dritte Satz war der spannendste des Abends – ein echter Schlagabtausch auf hohem Niveau. Beide Teams spielten konzentriert, jede Rallye wurde umkämpft, kein Ball leicht hergegeben. In der heissen Phase erwischte es dann auch noch den angeschlagenen Diagonalangreifer – diesmal an der Schulter. Doch anstatt das Feld zu räumen, machte er weiter, nun mit mehr Gefühl als Kraft. Finten statt Vollgas – und das mit Erfolg. HOW rettete sich in die Verlängerung und gewann den Satz hauchdünn mit 28:26. Ein kleiner Satzgewinn, ein grosser Beweis für Moral.

Nach dem heroischen Kraftakt war bei HOW langsam der Akku leer. Fully witterte seine Chance, servierte druckvoll und brachte die Oberwalliser wieder ins Wanken. Der Libero musste schliesslich endgültig passen – und mit ihm verabschiedete sich auch die Ordnung in der Annahme. Die Präzision sank, die Bälle flogen überall hin, nur nicht dorthin, wo sie sollten. Fully spielte gnadenlos weiter und sicherte sich den Satz deutlich mit 25:12. Für HOW blieb nur die Hoffnung auf einen letzten Aufbäumen.

Mit einem halben Kader und mehreren Blessuren blieb dem Team nur eines: kämpfen, was das Zeug hält. Doch der Körper hatte längst andere Pläne. Fully zeigte Routine, nutzte jede Unsicherheit und brachte den Entscheidungssatz mit 15:8 sicher nach Hause. HOW versuchte alles – vom puren Einsatz bis zu kreativen Notlösungen – doch der Sieg blieb diesmal im Unterwallis.

 

Nach 27 ungeschlagenen Partien in Serie war es also soweit: HOW 2 verlor wieder einmal ein Spiel – natürlich gegen Fully. Der Angstgegner bleibt damit seinem Ruf treu. Trotzdem: Ein Punkt wurde erkämpft, die Moral stimmt, und der „Turm von Gondo“ zeigte eindrucksvoll, dass er auch ohne Anlauf noch ordentlich Höhenluft schnuppert.

Beim nächsten Aufeinandertreffen mit Fully dürfte die Revanche fällig sein – diesmal hoffentlich mit vollem Kader, stabilen Gelenken und weniger Pflaster. Zuerst aber wartet das vereinsinterne Derby gegen HOW 1, bei dem die Karten neu gemischt werden. Vielleicht bringt es ja Glück, dass diesmal keine Ferien mehr drohen – höchstens ein Muskelkater.