VBC HOW
 

Fotoquelle: Stefan Lorenz

, Werlen Diego

HOW 2 siegt und St-Maurice verliert sogar eine Brille

VBC HOW 2 - VBC St. Maurice

Die achte Runde der Qualifikation versprach Spannung. In Martigny und Fully 2 bekämpften sich zeitgleich zwei direkte Konkurrenten, und man munkelte bereits, ob Martigny dem Tabellenführer Fully 2 wohl ein Bein stellen würde. Doch auch HOW 2 hatte ein heikles Los erwischt. Die jungen Quereinsteiger aus St-Maurice hatten letzte Saison überraschend stark aufgespielt und sich im Eiltempo in die Liga katapultiert. Ein Gegner, den man besser nicht unterschätzt. Mit lediglich sieben Feldspielern und zwei Liberos – einer davon leicht lädiert – stapfte HOW 2 in diese Partie. Der Spielercoach im Mittelblock knieverletzt, doch taktisch hellwach, stellte sein Team exakt so ein, wie es an diesem Abend nötig sein würde.

 

HOW begann stabil, so stabil wie man es eben mit einem Mini-Kader tut. Das Spiel blieb über weite Strecken ausgeglichen. Beide Teams tauschten Punkte, als wäre ein Rabatt darauf ausgerufen worden. HOW agierte sauber, aber noch ohne entscheidende Durchschlagskraft. St-Maurice zeigte, weshalb sie in der Liga niemand mehr als Exoten betrachtet. Erst gegen Satzende gelang es den Oberwallisern, sich leicht abzusetzen und den Satz mit 25:21 ins Trockene zu bringen. Kein Feuerwerk, aber ein solider Grundstein.

 

Mit dem gewonnenen Satz im Rücken wirkte HOW sichtlich entspannter. Die Rochaden hielten sich in Grenzen, doch der Spielercoach nutzte die Satzpause, um seinem Team ein paar klare Worte mitzugeben. Sie fruchteten unverzüglich. HOW übernahm das Spieldiktat, spielte variabler und konsequenter.

Dann kam es zum ersten kuriosen Moment: Dem erfahrenen Libero zwickte es plötzlich wieder in der Sehne. Er musste raus, der zweite Libero sprang ein und erfüllte die Aufgabe souverän.

Und dann – ein lauter Knall, gefolgt von einem kollektiven „Uuh!“. HOW produzierte einen Angriff, der nicht nur einen Spieler von St-Maurice traf, sondern gleich auch dessen Brille aus der Komfortzone beförderte. Die Gäste nahmen es mit zusammengebissenen Zähnen zur Kenntnis. Humor hatten sie trotzdem, Respekt dafür. Den Satz holte HOW mit 25:18.

 

Im dritten Satz war die Luft beim Gegner draussen. HOW dominierte nun nach Belieben. Druck im Angriff, präzise Passverteilung, starke Verteidigung und als Krönung eine Service-Serie des Passeurs, die locker für eine eigene Netflix-Episode gereicht hätte. St-Maurice fand keine Mittel mehr, das Spiel kippte unwiderruflich. 25:13 endete das Ganze, und St-Maurice blieb nur noch eine kleine Geste der Würde: Sie revanchierten sich mit einem eigenen „Abschuss“ gegen einen HOW-Spieler. Der nahm es sportlich – und mit einem Schmunzeln.

 

HOW 2 liess an diesem Abend keinerlei Zweifel aufkommen, wer in der BFO-Halle das Sagen hat. Der klare Sieg gegen ein tapferes, aber letztlich überfordertes St-Maurice bringt nicht nur drei Punkte, sondern auch das beruhigende Gefühl, dass die Formkurve zur richtigen Zeit nach oben zeigt.

Mit 25 Punkten im Gepäck bleibt HOW 2 der ärgste Verfolger von Fully 2, das sich mit einem knappen 3:2 gegen Martigny zwar durchsetzte, aber eben doch einen Punkt liegen liess. Die Rechnung ist simpel: HOW 2 hat alles selbst in der Hand, um zum Abschluss der Qualifikationsrunde ganz oben zu stehen. Zwei Spiele bleiben – genug Zeit, um den Tabellenführer unter Druck zu setzen und sich selbst ein kleines vorzeitiges Weihnachtsgeschenk zu machen.