VBC HOW
Fotoquelle: Stefan Lorenz
Fotoquelle: Stefan Lorenz
Kurz vor Weihnachten, letzter Match der Qualifikationsrunde und draussen erstaunlich mildes Wetter. So mild, dass man sich eher nach einem kühlen Getränk als nach Winterjacke fühlt. Trotz den schon fast sommerlichen Temperaturen müsssen der Spielercoach und der nominelle Stamm-Passeur krankheitsbedingt passen, die Grippe hält sich leider nicht an Spielpläne. Zum Glück stehen gleich zwei andere Passeure bereit, um die Fäden in die Hand zu nehmen. Die Stäckli liegen parat, der Glühwein wartet bereits und die wenigen, aber treuen Fans sind ebenfalls erschienen. Flanthey Lens reist mit satten 12 Spielern an, viele neue Gesichter, viel Ungewissheit. Man weiss nicht recht, was auf HOW 2 zukommt, ausser dass es sicher kein Selbstläufer wird.
HOW 2 startet gelassen, aber mit ordentlich Druck. Flanthey bekommt kaum Zeit, sich zu sortieren, geschweige denn ins Spiel zu finden. Punkt um Punkt bauen die Hausherren den Vorsprung aus, ohne grosse Hektik, dafür mit viel Kontrolle. Die Angriffe sitzen, die Annahme steht und Flanthey wirkt phasenweise etwas ratlos. Beim Stand von 23:16 greift der Gegner spät zum Time-Out, doch der Zug ist da bereits abgefahren. Mit 25:16 geht der erste Satz klar an HOW 2.
Flanthey reagiert mit einigen Umstellungen und versucht, dem Spiel eine neue Richtung zu geben. HOW 2 hat personell wenig Spielraum, legt aber erneut stark los. Vor allem über Aussen fallen die Longline-Bälle fast schon zuverlässig ins Feld. Die Blockarbeit lässt hingegen noch Luft nach oben, Flanthey kommt immer wieder durch und zeigt, dass diese Mannschaft nicht unterschätzt werden darf. Der Satz wird etwas umkämpfter, Flanthey bleibt dran, doch HOW reisst sich rechtzeitig zusammen und bringt auch diesen Durchgang mit 25:19 ins Trockene.
Die Ausgangslage ist klar: Flanthey braucht einen Sieg, um den Einzug in die Top 6 aus eigener Kraft zu sichern. Entsprechend wird nochmals alles versucht. HOW 2 kann gelassener auftreten, Platz 2 ist ohnehin fix, egal wie dieser Match endet. Gelassen heisst aber nicht nachlässig. Flanthey spielt nun etwas besser, der Satz entwickelt sich zu einem engen Side-Out-Spiel. Es wird ausgeglichener, auch HOW greift zum Time-Out, um kurz Ordnung zu schaffen. Mit der Erfahrung aus acht Siegen in neun Spielen im Rücken dreht HOW zur richtigen Zeit auf, setzt die entscheidenden Punkte und gewinnt auch den dritten Satz mit 25:20.
HOW 2 beschenkt sich damit zum Abschluss der Qualifikationsrunde gleich selbst mit Platz 2 unter dem Weihnachtsbaum. Neun Siege aus zehn Spielen sprechen eine deutliche Sprache und zeigen, dass diese Mannschaft auch mit improvisiertem Coaching, kreativen Aufstellungen mangels Personal und immer mit einer ordentlichen Brise Humor bestens funktioniert. Rückblickend war alles dabei: souveräne Auftritte, kurze Wackler, unnötige Eigenfehler und am Ende fast immer die richtige Antwort auf dem Feld.
Der Spielplan macht nun eine kurze Pause, denn die Festtage übernehmen das Kommando. Doch lange still wird es nicht bleiben. Bereits im Januar wartet, der mit Spannung erwartete Cup-Viertelfinal. Das genaue Datum wird noch gesucht, die Terminsuche läuft, und es macht den Anschein, als überlege sich Fully 2 sehr genau, welchen Tag sie dafür vorschlagen. Verständlich, denn sie werden topbesetzt antreten müssen. HOW 2 ist heiss, hochmotiviert und bereit. Die Revanche für letztes Jahr steht auf der To-do-Liste. Wann genau, ist noch offen. Dass sie kommt, daran zweifelt in Brig niemand.
Zum Schluss wünscht HOW 2 allen Leserinnen und Lesern, Fans, Unterstützern und stillen Mitfiebernden frohe Weihnachten, erholsame Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Man sieht sich 2026 wieder in der Halle, mit frischen Kräften, klaren Zielen und der gleichen Freude am Spiel.