> Zurück

M2: 2. Aufstiegsspiel: Bericht in der heutigen Rhone Zeitung

Kaufmann Ramon 10.04.2014

Ein Sieg von der 1. Liga entfernt

Oberwallis | Der VBC HOW spielt am Samstag das wichtigste Spiel der Saison. Dann stehen die Oberwalliser in Genf auf dem Feld und kämpfen im alles entscheidenden Match um den Aufstieg in die 1. Liga.

Seit dem TV Naters 1989 spielt keine Oberwalliser Herren Volleyball Mannschaft mehr in der 1. Liga. Dies will der VBC HOW nun ändern. Nach einer erfolgreichen Saison, in der sich die Herren lediglich zweimal geschlagen geben mussten, ging der hart umkämpfte Meistertitel wie im Vorjahr an den VBC HOW. Mit diesem Titel haben sich die Oberwalliser für die Aufstiegsspiele qualifiziert, in denen sie nun mit zwei anderen Mannschaften um die letzten zwei Plätze in der 1. Liga kämpfen. Doch es wird eng. Denn die Herren mussten sich bereits im ersten Aufstiegsspiel am Sonntag zuhause gegen den VBC La Côte in vier Sätzen geschlagen geben. «Das Resultat tönt schlimmer, als es ist», sagt Ramon Kaufmann vom VBC HOW. «Beide Mannschaften haben von Anfang an konstant auf hohem Niveau gespielt. Wir haben unserem Gegner nichts geschenkt. Jeder Punkt wurde hart umkämpft. Aber die Waadtländer haben im entscheidenden Moment ein bisschen besser agiert und somit die Punkte geholt.» Somit stieg der VBC La Côte bereits in die 1. Liga auf.

Sieg oder Niederlage

Aber auch die Oberwalliser haben noch eine letzte Chance auf den Aufstieg. Dazu müssen sich die Volleyballer am Samstag in Genf gegen den CERN Volleyball Club auf dem Feld durchsetzen. «Wir sind gut vorbereitet und jeder Spieler ist in Topform. Jeder einzelne weiss, um was es geht und wir sind motiviert, dieses entscheidende Spiel zu gewinnen. Aber jedes Spiel muss zuerst bestritten werden», sagt Kaufmann. Was ihn und sein Team am Samstag in Genf erwartet, weiss er nicht. «Die Gegner sind uns unbekannt. Wir wissen nicht, was auf uns zukommt, wo die Stärken und Schwächen der Gegner liegen. Von anderen Mannschaften haben wir erfahren, dass bei den Genfern vor allem ein Spieler sehr stark sein soll, der die Mannschaft dominiert und immer wieder punktet.» Das mache es schon ziemlich spannend. Obwohl der VBC HOW den Aufstieg in die 1. Liga unbedingt schaffen will, sei der Druck auf die Mannschaft eher gering. Kaufmann erklärt: «Der VBC La Côte und der CERN Volleyball Club haben die gesamte Saison auf den Aufstieg hingearbeitet und hart dafür gekämpft. Ihr Ziel ist der Aufstieg. Wir hingegen haben in dieser Saison bereits mehr erreicht, als wir uns zu Beginn zugetraut haben.» Trotzdem würden die Herren am Samstag alles geben und um jeden einzelnen Punkt kämpfen, um am Schluss als Sieger und somit 1.-Liga-Aufsteiger vom Platz zu gehen.

Mannschaft ohne Trainer

Kaufmann selbst wird beim alles entscheidenden Spiel am Samstag von der Linie aus zusehen müssen. Vor zwei Wochen hat er sich einen Bänderriss zugezogen. Er wird jedoch einen anderen wichtigen Part in der Mannschaft einnehmen und als Coach agieren. Denn dem VBC HOW fehlt seit Beginn der Saison ein Trainer. «Das Trainerduo hat sich nach der letzten Saison zurückgezogen, ein neuer Trainer konnte bis anhin nicht gefunden werden», sagt Kaufmann. Aus diesem Grund hätte die Mannschaft zu Beginn der Saison auch nie mit einem möglichen Aufstieg gerechnet. «Wir wollten auch ohne Coach weiterspielen, das war für alle Spieler klar. Aber wir steckten unsere Saisonziele nicht all zu hoch. Und trotzdem gelang es uns, in der Meisterschaft fast alle Gegner in die Knie zu zwingen und den Titel erneut zu gewinnen. Umso überraschender ist es für uns, dass wir nun tatsächlich die Chance auf einen Aufstieg haben», sagt Kaufmann.

Verzicht auf Aufstieg

Bereits im Jahr zuvor hätte der 2. Ligist die Möglichkeit gehabt, die Aufstiegsspiele zu bestreiten. Aber die Mannschaft entschied sich dagegen. Kaufmann erklärt: «In der letzten Saison haben wir gut zusammen gespielt und hätten die Aufstiegsspiele auch gerne in Angriff genommen. Aber wir wussten, dass die Trainer ihr Amt abgeben würden. Das verunsicherte uns doch ein wenig. Zudem bedeutet die 1. Liga auch, dass den Spielern mehr Zeit abverlangt wird. Auch war das Kader damals noch zu klein, um aufzusteigen.» Diesen Problemen hat der VBC HOW in dieser Saison getrotzt und dank der Gründung eines 3.-Liga-Teams und einer Juniorenmannschaft ist auch der Erhalt der 1. Mannschaft gesichert.
Und so würde einem Aufstieg in die 1. Liga nichts mehr im Wege stehen, wenn da nicht noch die Genfer wären, die es am Samstag auswärts zu schlagen gibt. «Für uns alle ist eine solche Situation neu. Nach dem Meistertitel ist alles, was jetzt noch kommt, ‹äs Zuckerli› für uns. Wir haben nichts zu verlieren.»

Deborah Kalbermatter